Waldböckelheim. Dienstagabend, 21.41 Uhr und 8 Sekunden, ein erlöstender hundertfacher Aufschrei: Jochen Schäfer verwandelt eine Sekunde vorher den entscheidenden fünften Elfmeter und schießt den SV Winterbach damit in die Relegation. Auf der anderen Seite am Boden zerstörte Spieler der SG Schmittweiler, die eine großartige Partie nach mehreren Satzbällen noch abgeben musste.

SAUGEIL!!!

Die annähernd 1000 Zuschauer bekamen ein Spiel geboten, dass alles hatte, was man sich von einem Entscheidungsspiel verspricht: Hochkarätige Chancen, gute Torleute, ein verschossener Elfmeter in der regulären Spielzeit und dann in der Verlängerung ein Tor von Marco Reich (102.), das wie die Vorentscheidung aussah. Spätestens als Winterbach in der Nachspielzeit nach einen vermeintlichen Foul zwei Spieler mit Gelb-Rot verlor schien alles klar – aber Winterbach hat sich nicht aufgegeben und auch mit neun da weitergemacht, wo man 105 Minuten zuvor spielte: nämlich weiter nach vorne zu gehen und den Ausgleich zu erzwingen. Und Sascha Weichel schoß dann in Unterzahl in der 117. Minute das verdiente und lange fällige 1:1.

Hannes ersten Schuss hält Frenger und lenkt ihn neben ab.

Tobi schießt den zweiten Elfer in die Wolken.

Nach einem Tor im ersten Versuch klatscht der zweite Elfer Schmittweilers an den Pfosten.

Bei Schuss 4 kriegt Tim die Hand noch hoch und lenkt den Ball übers Gebälk.

21.41.07: Und drin ist der 5. Elfmeter!

Über Schiedsrichterlehrwart Rouven Bösand bleibt zu vermerken, dass er 12 gelbe und zwei Gelb-rote Karten im Verhältnis 4 (SG) zu 10 (SV) verteilte. Die zum Teil überharte Gangart der Defensivspieler und auch taktische Fouls und zwei offensichtliche Handspiele der SG wertete er hingegen oftmals nicht. Dass Manu Warkus in gleich zwei Situationen für Aktionen mit Gelb bestraft wurde, die beide – selbst mit goldroter Brille – fragwürdig, mit gutem Willen möglicherweise fahrlässig (gem. Regel 12), aber kaum rückichtslos, waren, brachte dann das Fass zum Überkochen. Bastian Kessel verlor die Nerven und erhielt für sein unwirsches Verhalten im Nachgang der „Gelbroten“ für Manu ebenfalls die gelb-rote Karte. Zu recht, für sein Meckern! Die Aktion in der Situation zuvor allerdings wäre aber selbst für mit einer Überdosis Ritalin Gedopte schwer zu ertragen gewesen: Für einen Heißsporn wie Bastian dreimal nicht. Dass er seinen Frust am Schiedsrichterlehrwart des Fußballkreises anschließend lautstark kundtat, bringt ihm nach seiner guten Leistung nun wohl unvermeidbar eine Sperre für die Relegation ein.

Im Elfmeterschießen schien dann erneut der schon in der regulären Spielzeit überragend haltende Lucas Frenger der Matchwinner zu sein, als er den ersten scharf geschossenen Ball von Hannes Lenhart von der Linie kratzte. Als Schmittweilers Kapitän Daniel Stein seinen Elfmeter klar verwandelte und der Tobias Hirsch als zweiter Schütze des SV in die Wolken schoss, schien sich die Energieleistung der Winterbacher endgültig erledigt zu haben. Doch dann kamen die Minuten des Tim Warkus, auch wenn Christian Gros' Elfmeter an den Pfosten klatschte, war Warkus anschließend zweimal zur Stelle und wehrte die nächsten zwei Schüsse gegen Specht und Helwich mit großartigen Reflexen ab. Bendikt Bernd guckte hingegen Frenger aus und auch der ebenfalls eingewechselte Mirko Schrot verwandelte sicher, bevor Jochen Schäfer zum entscheidenden Ball an den Punkt schritt. Einen Punkt, den er knapp 90 Minuten zuvor schon einmal vor sich hatte – und am gut aufgelegten Frenger im Schmittweilerer Tor scheiterte.

Doch Schäfer behielt die Nerven und schoß Winterbach ins Glück: Die Relegation gegen den TuS Kirschweiler ist nach einem Jahr in der A-Klasse, starken Konkurrenten und sieben Abgängen wider erwarten erreicht.

Diese Feier haben die Jungs sich verdient.

Dann geht es gegen die von Michael Lorenz und seinem verlängerten Arm auf dem Platz Michael Kullmann Tabellenzweiten der A-Klasse Birkenfeld aus Kirschweiler. Lorenz war schon im Mai 2011 damals noch als Trainer des VfL Weierbach gegen Roxheim zur Beobachtung des letzten Spiels vor Ort – möge dies ein gutes Omen für die Partien am Samstag, 16 Uhr, in Kirschweiler und Mittwoch dann zuhause um 19 Uhr sein.