Run SVW - Uffsteiger 14/15

Fischbach. Es waren 87. Minuten gespielt – und selbst die eingefleischten Anhänger des SV rechneten nicht mehr damit: Nach einem Eckball segelte Tim Augustin zuerst am Ball vorbei, ging dem Ball aber hinterher, um ihn noch einmal hoch vors Tor zu bringen, der Ball wurde aber immer länger und länger und kam auf der Linie herunter und prallte von da ins Winkelkreuz. Das war das vorentscheidende 2:1!

Auch wenn Einwechselspieler Tobi Hirsch nach einer Energieleistung des ebenfalls eingewechselten 46-jährigen Peter Kessel in der 2. Minute der Nachspielzeit auf der holprigen Fischbacher Trockenwiese den Ball noch zum 3:1 einschob, war der Wille des Gegners da schon sichtbar gebrochen.

Dabei fing die Partie auf dem schwer bespielbaren Geläuf denkbar ungünstig an: Die Mannschaft kam mit dem vertrockneten Untergrund gar nicht zurecht, jeder Ball versprang. So griff Keeper Tim Warkus schon nach zwei Minuten an einem einfachen Ball vorbei und produzierte die erste Ecke für Kirschweiler.

Der TuS ließ sich vom schlechten Geläuf weniger beeindrucken, setzte auf das bewährte Rezept der langen Bälle, um dann die Abwehr durch Pressing unter Druck zu setzen. Nach 12. Minuten kam so das 1:0 zustenda als Marius Hirsch überlupft wurde und der agile Tobias Moosmann mit dem Ball auf die Grundlinie vorstieß. In der Mitte hatte sich Jan Schmidt freigestohlen und köpfte unbehindert zum 1:0 für den TuS ein.

Wir brauchten einige Minuten uns wieder aufzurappeln – und Kirschweiler hatte noch eine sehr gute Chance nachzulegen, aber unser Kapitän Michi Großkopf stand wieder einmal goldrichtig und köpfte den Ball von der Linie. Wir begannen auch vermehrt mit langen Bällen zu agieren, da weder Hannes Lenhart noch unsere Außenstürmer vernünftig ins Spiel kamen. Erst ein hoher Ball von Manu Warkus von der Mittellinie brachte uns zurück ins Spiel: Benedikt Bernd setzte sich im Laufduell gegen Christian Nnanga Tabi und Michael Kullmann durch und lupfte den Ball über den herausstürzenden Keeper zum 1:1. Erst danach begannen wir wieder Fußball zu spielen und schnürten den Gegner in seiner Hälfte ein. Doch unsere Schüsse kamen nicht aufs Tor.

Kurz vor der Halbzeit ging Jochen Schäfer zu einem Freistoß von halbrechts, im Nachschuss zog er sich aber eine Zerrung und musste runter.

Zur zweiten Halbzeit kam dann Tobi Hirsch. Die ersten Minuten begannen wieder sehr fahrig, hohe Bälle dominierten. Dennoch kamen wir besser ins Spiel und erarbeiteten uns zunehmend auch klare Chancen. So standen Hannes und Bene mehrfach alleine vor TuS-Dahlheimer verzogen aber (ziemlich deutlich) oder schossen ihn an. Auch Sascha Weichel hatte bei zwei Kopfbällen kein Fortune. Für seine wiederholten überharten Tacklings sah Nnanga Tabi dann in der 75. Minute endlich gelb. Kurz darauf musste Basti Kessel verletzt vom feld nachdem er mit dem Ball zwischen zwei Gegenspielern hindurch wollte und in die Zange genommen wurde. Der Freistoß brachte nichts ein – und Peter Kessel kam mit 46 Jahren zu einem weiteren Aufstiegsspiel für den SV Winterbach.

 

Kaum zwei Minuten später hatte Nnanga Tabi Bene nach außen abgedrängt, doch setzte wieder ungestüm nach, so dass er die gelb-rote Karte kassierte. In Unterzahl erhöhten wir den Druck, doch vor dem Tor ging nichts. Umgekehrt brach für die Zuschauer bei jedem weiten Ball Kirschweilers nach vorn das große Zittern aus – schließlich war man mit einem weiteren Tor draußen.

Doch dann kam die 87. Minute Bene war wieder einmal allein auf weiter Flur auf Dahlheimer losgestürmt und verzog den Ball frei vorm Tor mit seinem Außenristschnicker. Der Ball rollte und sprang einfach weiter Richtung Seitenauslinie – und unsere Mannschaft schaute zu, während Dahlheimer lossprintete, um den Ball zu sichern. Erst da reagierte Hannes, der dem Keeper nachsetzte, woraufhin dieser den Ball vor der Strafraumlinie in die Hand nahm: Freistoß für den SV und gelb für den TuS-Torwart. Der Freistoß brachte wie schon so oft an diesem heißen Nachmittag nichts ein, wurde zur Ecke abgewehrt. Und auch der Ball geriet zu lang, doch Tim setzte nach und schoß Winterbach mit seiner Bogenlampe zum Sieg. Nach Wiederanpfiff wurde Pit auf die reise geschickt und im Strafraum von Benjamin Leonhard von hinten getackelt, was der Schiedsrichter aber nicht für Elfmeterreif hielt. Trotz einer zehn Zentimeter langen Brandwunde holte sich Pit gleich darauf den nächsten Ball und sprintete wieder aufs Tor zu – doch kurz vor dem Elfer legte er quer und Tobi verwandelte den hopsenden und springenden Ball zum Endergebnis von 3:1.

Nach dem ersten Humba, humba täterää... gab es dann eine Bierduschen nach der andren, angefangen beim Trainer Kay Warkus. Auch SV-Chef Hartmut Kessel bleib nicht verschont und konnte sich auch nicht wehren als ihn die Mannschaft Höhenluft schnuppern ließ. Danach wurde zuerst in Fischbach und auf dem Heimweg bei unserem Zweitmannschaftskeeper Christoph Espenschied, der seine Hochzeit feierte, eingekehrt, bevor es im Vereinsheim bis in die frühen Morgenstunden weiterging.