Winterbach. Der SV Winterbach wird auch in der kommenden Spielzeit ohne weitere Partner in die Spielzeit in der Bezirksliga 2015/16 gehen. Wie Vorsitzender Hartmut Kessel in der Jahreshauptversammlung berichtete, hatte sich die SG Seesbach/Schwarzderden kurz zuvor, wenige Tage vor Ablauf der Meldefrist für die neue Spielzeit mit der Anfrage für eine Kooperation für die kommende Saison an den SV Winterbach gewandt.

Die SG spielt zurzeit in der B-Klasse West und hat nach dem Rückwechsel von Trainer Manuel Blatz nach Monzingen Probleme, aus eigenen Kräften für die neue Runde eine selbständige Mannschaft zu stellen. Die Vorstände der beiden SG-Vereine boten in einem Gespräch an, mit den verbleibenden 8 bis 12 Spielern eine Spielgemeinschaft mit dem SV Winterbach einzugehen und gemeinsam mit einem verstärkten Kader an den Start zu gehen. Ein für den Vorstand des SV vorstellbares Angebot, da der aktuelle Kader in der abgelaufenen Saison in der C-Klasse gerade in der Breite zu dünn besetzt war - und ein erreichbarer Aufstieg in die B-Klasse mangels Spielern gegenüber dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga zurückstehen musste.

Der SG Seesbach/Schwarzerden ging es in seinem Schritt einzig und allein darum, den bekanntermaßen überall rückläufigen Spielbetrieb für ihre Vereine aufrechtzuerhalten und am Soonwaldrand auch weiterhin Fans und Einwohner der Orte aktiven Fußball bieten zu können: gerade für eine Mannschaft wie Schwarzerden, die von 1968 bis 1972 in der 2. Amateurliga Nahe (Vorgänger der heutigen Bezirksliga Nahe) spielte, ein wichtiges Argument. Im Endeffekt wäre es um eine Aufteilung der Heimspiele auf die drei möglichen SG-Partner gegangen.

Allerdings waren die Spielerkader zum Zeitpunkt des ersten Gesprächs nicht informiert - und seitens des SV-Vorstands herrschten Bedenken, was unser Trainer wie unsere Spieler mit Blick auf den weiten Einzugskreis - von Seibersbach über Wallhausen bis nach Bockenau - zu wechselnden Trainings- und Spielorten sagen würden.

Die Aktiven des SV wollten sich zwar nicht grundsätzlich einer SG verschließen, allerdings überwogen mit dem gerade erlebten sehr emotionalen Wiederaufstieg in die Bezirksliga die Argumente gegen einen Zusammenschluss mit zwei weiteren Vereinen. Dabei spielten nicht nur die Entfernung nach Seesbach oder Schwarzerden, sondern auch heutzutage moderne Aversion gegen Hartplätze eine Rolle in der Entscheidung. Auch identifizieren sich die Spieler aktuell so sehr mit dem SV, dass sie eine, noch gar nicht diskutierte mögliche Neubennenung einer SG kategorisch ausschlossen.

Diese Identifikation der Spieler mit dem SV Winterbach ist für einen so kleinen Verein sicherlich sehr erfreulich, sportlich ist die Entscheidung der Spieler bedauerlich, da es für die kleinen Vereine gerade am Soonwaldrand immer schwerer wird, künftig den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Aber genau die Sicherung des Spielbetriebs beim SV Winterbach geht in diesem Fall auch vor, da eine mögliche Kooperation, die mit einem Wechsel mehrerer eigener aktiver Spieler verbunden wäre, sportlich nicht tragbar ist.

Der SG Seesbach/Schwarzerden wünscht der Vorstand des SV Winterbach ausreichend Spieler zu finden, um den Spielbetrieb weitherhin aufrecht zu erhalten. Jede Mannschaft ob bei Jugend oder Aktiven, die weiter Fußball anbietet ist eine Bereicherung für den Sport.